Nachdem Mozart nicht mehr am fürstbischöflichen Hof in Salzburg angestellt und als freischaffender Komponist nach Wien übergesiedelt war, war er eigentlich auch aus der Verpflichtung entlassen, regelmäßig Messkompositionen zu schreiben. Doch in Zusammenhang mit seiner Hochzeit mit Constanze Weber hatte er das Versprechen gemacht, eine weitere Messe zu komponieren, was er 1782/83 mit der c-Moll-Messe einlöste. Zwar blieb das Werk unvollendet, doch lassen die fertiggestellten Teile erahnen, dass die vollendete Messe der Bach’schen h-Moll-Messe in nichts nachgestanden hätte. Ausdrucksstark und voller Wucht trifft Mozart den Hörer.

Demgegenüber steht mit den Vesperae Solennes de Confessore KV 339 einer der zwei Vesperzyklen, die Mozart geschaffen hat. Dieser ist von 1780 und ist noch in Salzburg für den Fürstbischof Colloredo als Auftragskomposition entstanden. Mit der meisterhaften Verbindung des alten Kirchenstils des 17. Jahrhunderts und einer konzertanten Schreibart gehört dieser Vesperzyklus zu den besonders geglückten Beispielen klassischer Kirchenmusik.

 

 

 

 

[Abb.: (c) Kathleen Hartung, Foto: Privat]

In der Kirche St. Maria im Kapitol wird der Gürzenich-Chor von vier Seiten aus zu hören und zu sehen sein