„Singen ist das Fundament zur Music in allen Dingen“
Georg Philipp Telemann

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne hat sich der Gürzenich-Chor zu allen Zeiten virtuos bewegt. Die Tradition des 1827 als „Cölner Concertgesellschaft“ gegründeten städtischen Chores ist das Fundament, auf dem sich der Chor als fester Bestandteil des Kölner Konzertlebens über gute und schlechte Zeiten hinweg entwickelt hat. Das Erarbeiten von Alter und Neuer Musik hat zu einer ständigen Weiterentwicklung beigetragen. Namhafte Komponisten, Dirigenten und Chorleiter prägten die gemeinsame Arbeit und die Chorgeschichte. Darunter finden sich so illustre Namen wie Johannes Brahms, Giuseppe Verdi, Max Bruch oder Ferdinand Hiller ebenso wie Hermann Abendroth, Günter Wand, Karl Richter oder James Conlon in der jüngeren Geschichte.

Seit Februar 2011 ist Christian Jeub musikalischer Leiter des Gürzenich-Chores.

Weihnachtskonzert in der Kölner Philharmonie, 23.12.2018

Im Jahr 2017 feierte der Chor sein 190-jähriges Bestehen mit einem besonderen Festkonzert, der J. S. Bach “Messe in h-Moll BWV 232”, die im Februar 2018 in gleich zwei Aufführungen dargeboten wurde: Zum einen, am 18.02.2018, in der Marien Basilika in Kevelaer und dann eine Woche später in der Kölner Philharmonie. Zuvor bereits gab es in gleich drei Aufführungen, vom 29.10. bis zum 31.10.2017, ein ganz besonderes Konzert [Kölner Philharmonie]: Anlässlich der 500-Jahr-Feierlichkeiten zur Erinnerung an Martin Luthers 95 Thesen wurde in Kooperation mit vier Kölner Konzertchören und dem Gürzenich-Orchester unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen Felix Mendelssohn Bartholdys berühmte Sinfonie-Kantate “Lobgesang op. 52” aufgeführt.

Für mindestens 100 Jahre seiner Existenz wurde der Chor bereits mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet.

Zwischen Barock und Moderne, zwischen Bachs Oratorien und großer Chorromantik von Brahms oder Bruckner, über A-cappella-Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts u.a. Live-Kinomusik zu Fluch der Karibik bis hin zu kölschen Liedern mit den Black Fööss: Den Bogen durch die Musik- und Kölner Stadtgeschichte hat der Gürzenich-Chor stets weit gespannt!

Ca. 60 aktive Mitglieder, zu denen seit 2013 auch jedes Jahr ein bis zwei junge Gesangs-Stipendiat/-innen gehören, bereiten gemeinsam mehrere Aufführungen pro Jahr vor, gehen auf Konzertreisen im In- und Ausland oder laden zu Workshops international renommierte Chorleiter wie z. B. Simon Carrington (King’s Singers), Gary Graden (Stockholm) oder Frieder Bernius (Stuttgarter Kammerchor) ein.

Im Februar 2020 musizierte der Gürzenich-Chor Köln Benjamin Brittens War Requiem im Gedenken an das fünfundsiebzigjährige Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ engagierte sich der Gürzenich-Chor mit drei Konzertprogrammen in Köln und Altenberg und schloss das Jahr 2022 mit Bernsteins Candide in der Kölner Philharmonie ab.

Der Gürzenich-Chor ist Mitglied im Netzwerk Kölner Chöre und im Verband Deutscher KonzertChöre.

Hörprobe –  J.S.Bach, H-moll-Messe – Gloria:

 

Hörprobe –  J.S.Bach, Johannespassion – Lasset uns ihn nicht zerteilen :

Seit seiner Gründung 1827 arbeitete der Gürzenich-Chor mit folgenden Dirigenten zusammen:
  • Carl Leibl, 1827-1840
  • Konradin Kreutzer, 1840-1842
  • Heinrich Dorn, 1843-1849
  • Ferdinand Hiller, 1850-1884
  • Giuseppe Verdi, 1877
  • Franz Wüllner, 1884-1902
  • Johannes Brahms, 1886
  • Fritz Steinbach, 1903-1914
  • Hermann Abendroth, 1915-1934
  • Eugen Papst, 1936-1944
  • Günter Wand, 1946-1974
  • Yuri Ahronovitch, 1975-1986
  • Marek Janowski, 1986-1991
  • Volker Hempfling, 1983-1994
  • James Conlon, 1991-2002
  • Markus Stenz, 2003-2009
  • Michael Reif, 1994-2010
  • Christian Jeub, seit 2011