„Singen ist das Fundament zur Music in allen Dingen“
Georg Philipp Telemann (1718)

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne hat sich der Gürzenich-Chor zu allen Zeiten virtuos bewegt. Die Tradition des 1827 als „Cölner Concertgesellschaft“ gegründeten städtischen Chores ist das Fundament, auf dem sich der Chor als fester Bestandteil des Kölner Konzertlebens über gute und schlechte Zeiten hinweg entwickelt hat. Das Erarbeiten von Alter und Neuer Musik hat zu einer ständigen Weiterentwicklung beigetragen. Namhafte Komponisten, Dirigenten und Chorleiter prägten die gemeinsame Arbeit und die Chorgeschichte. Darunter finden sich so illustre Namen wie Johannes Brahms, Max Bruch oder Ferdinand Hiller ebenso wie Hermann Abendroth, Günter Wand, Karl Richter oder James Conlon in der jüngeren Geschichte.

Seit 2011 ist Christian Jeub musikalischer Leiter des Gürzenich-Chores.

Im vergangenen Jahr 2017 feierte unser Chor sein 190-jähriges Bestehen mit einem besonderen Festkonzert, der J. S. Bach “Messe in h-Moll, BWV 232”, die im Februar 2018 in gleich zwei Aufführungen dargeboten wurde: Zum einen, am 18.02.2018, in der Marien Basilika in Kevelaer und dann eine Woche später in der Kölner Philharmonie. Zuvor bereits gab es in gleich drei Aufführungen, vom 29. bis zum 31.10.2017, ein großes Konzert – auch in der Kölner Philharmonie: Anlässlich der Feierlichkeiten zu Martin Luthers 500sten Geburtstag wurde in Kooperation mit vier Kölner Konzertchören und dem Gürzenich-Orchester unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen Felix Mendelssohn Bartholdys berühmte Sinfonie-Kantate, der “Lobgesang op. 52”, aufgeführt.

Für mindestens 100 Jahre seiner Existenz wurde der Chor bereits mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet.

Zwischen Barock und Moderne, zwischen Bachs Oratorien und großer Chorromantik von Brahms oder Bruckner, über a cappella-Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts bis hin zu kölschen Liedern mit den Black Fööss – den Bogen durch die Musik- und Kölner Stadtgeschichte hat der Gürzenich-Chor stets weit gespannt.

Ca. 60 aktive Mitglieder, zu denen seit 2013 auch jedes Jahr zwei bis drei junge Gesangs-Stipendiaten gehören, bereiten gemeinsam mehrere Aufführungen pro Jahr vor, gehen auf Konzertreisen im In- und Ausland oder laden zu Workshops international renommierte Chorleiter wie z. B. den ehemaligen King’s Singer Simon Carrington oder den schwedisch-amerikanischen Chorleiter Gary Graden ein.

Seit September 2012 wird der Chor vom Förderverein „Freunde und Förderer des Gürzenich-Chores Köln e. V.“ unter dem Vorsitz der ehemaligen Kölner Dombaumeisterin Prof. Dr. Barbara Schock-Werner nicht nur finanziell unterstützt. Der Gürzenich-Chor ist Mitglied im Netzwerk Kölner Chöre und im Verband Deutscher KonzertChöre.

Seit seiner Gründung arbeitete der Gürzenich-Chor mit folgenden Dirigenten zusammen:
  • Carl Leibl (1827-1840)
  • Konradin Kreutzer (1840-1842)
  • Heinrich Dorn (1843-1849)
  • Ferdinand Hiller (1850-1884)
  • Giuseppe Verdi (1877)
  • Franz Wüllner (1884-1902)
  • Johannes Brahms (1886)
  • Fritz Steinbach (1903-1914)
  • Hermann Abendroth (1915-1934)
  • Eugen Papst (1936-1944)
  • Günter Wand (1946-1974)
  • Yuri Ahronovitch (1975-1986)
  • Marek Janowski (1986-1991)
  • Volker Hempfling (1983-1994)
  • James Conlon (1991-2002)
  • Markus Stenz (2003-2009)
  • Michael Reif (1994-2010)
  • Christian Jeub (seit 2011)